Verlobt zu sein ist ein ganz besonderer Moment. Es ist mehr als nur ein Ring am Finger – es ist das bewusste Ja zu einem gemeinsamen Leben. Doch nach der Euphorie und den ersten Freudentränen kommt bei vielen schnell die Frage: Was jetzt?
Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment bei uns. Die Freude war riesig, der Moment emotional – und gleichzeitig rauschte mein Kopf sofort los: Ideen, To-dos, Erwartungen. Zwischen dem Gefühl purer Liebe und der Realität, dass eine Hochzeit geplant werden muss. Und obwohl ich als Hochzeitsplanerin einiges an Erfahrung mitbringe, war diese neue Rolle als Braut etwas ganz anderes.
Verlobt sein – und das bewusst genießen

Was ich gelernt habe: Man muss nicht sofort in den Planungsmodus verfallen. Es darf eine Phase geben, in der ihr einfach nur dieses „Wir heiraten wirklich!“ feiert. Ohne Pinterest, ohne Gästeliste. Nur ihr zwei – und vielleicht ein gutes Glas Sekt. Diese Zwischenzeit hat eine ganz eigene Magie, und ich bin froh, dass ich sie nicht übersprungen habe.
Viele Paare (mich eingeschlossen) fühlen sich schnell unter Druck gesetzt: Save the Date-Karten, Location-Suche, Budgetplanung. Aber ganz ehrlich? Diese ersten Tage oder Wochen nach der Verlobung sind viel zu wertvoll, um sie sofort mit Deadlines zu füllen. Ich habe mir bewusst Zeit genommen, die Emotionen wirken zu lassen – und das würde ich jedem empfehlen.
Quick-Start in die Hochzeitsplanung: Fragen, die wirklich zählen
Bevor wir richtig gestartet haben, haben wir uns Zeit genommen, um über das zu sprechen, was uns wirklich wichtig ist. Keine Checklisten, keine Must-haves – sondern echte Fragen, die helfen, den Kern eurer Hochzeit zu finden:
- Wie wollen wir uns an unserem Hochzeitstag fühlen?
- Was ist uns als Paar besonders wichtig?
- Wie möchten wir Zeit mit unseren Gästen verbringen?
- Was wollen wir auf keinen Fall?
- Welche Herausforderungen sehen wir schon jetzt?
Diese Gespräche waren nicht nur hilfreich, sie haben uns auch näher zusammengebracht. Sie waren wie kleine Date-Nights – nur mit dem Fokus auf unsere Zukunft.
Antworten für den Start in die Hochzeitsplanung, die gar nicht so einfach sind
Na, wisst ihr schon, was euch wichtig ist? Habt ihr die Fragen für euch ganz individuell als Paar abgearbeitet? War die Beantwortung der Fragen für euch genauso schwierig wie für mich? Damit ihr euch vielleicht ein wenig besser auf die Beantwortung einlassen könnt, gebe ich euch hier ein Beispiel aus meiner Hochzeitsplanung.
Für uns war relativ schnell klar: Wir wollen Zeit für unsere Gäste. Echte Gespräche, echte Momente – nicht nur ein Händedruck beim Gratulieren. Deshalb feiern wir ein ganzes Hochzeitswochenende mit unseren Liebsten. Und haben bewusst entschieden, eine kleinere Runde einzuladen. Auch die Planung selbst sollte kein Stressprojekt werden. Wir haben fixe Abende eingeführt, an denen wir uns Zeit nehmen, über unsere Hochzeit zu sprechen – ohne Ablenkung. Diese kleinen Rituale helfen enorm, um nicht in den Planungsstrudel zu geraten. Auch wenn diese zugegebenermaßen nicht immer ganz so gut und regelmäßig funktionieren, wie ich das gerne hätte.
Perspektivenwechsel: Von der Hochzeitsplanerin zur Braut

Als Hochzeitsplanerin kenne ich viele Abläufe, Anbieter*innen, Formate. Ich habe schon so viele wundervolle Hochzeiten begleitet. Und trotzdem: Diese Rolle als Braut ist eine ganz andere. Viel emotionaler, viel persönlicher. Und genau deshalb verstehe ich jetzt noch besser, wie viel Druck und wie viele Erwartungen auf Paaren lasten können.
Ich wünsche mir, dass mehr Paare sich die Zeit nehmen, wirklich reinzuspüren, was sie möchten – abseits von Normen, Pinterest-Bildern und gut gemeinten Ratschlägen. Denn am Ende geht es nicht darum, wie perfekt eine Hochzeit aussieht. Sondern wie sie sich anfühlt — auch wenn sich dies im Alltag nicht immer so anfühlt.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Start in die Verlobungszeit!

