Wenn ihr eure Hochzeit plant, kann das Gefühl überwältigend sein: Zu viele Ideen, zu viele To‑dos, zu viele offene Fragen. Bevor ihr euch in Pinterest‑Boards, Farbpaletten oder Tanzlisten verliert, gibt es vier essentielle Grundpfeiler, die ihr zuerst gemeinsam beantworten solltet. Sie geben euch eine klare Struktur, schaffen Sicherheit und erleichtern euch anschließend jede weitere Entscheidung.
Wie starte ich mit der Planung der Hochzeit?
Am besten ihr startet mit der Beantwortung dieser vier Fragen. Diese sind essenziell, um einen reibungslosen Planungsablauf zu gewährleisten. Sie geben euch eine Richtung und eine gewisse Guideline, an welcher ihr euch während der gesamten Planung orientieren könnt bzw. auch müsst.
Die 4 Essentials der Hochzeitsplanung
- Wen laden wir ein? (Gästeliste)
- Wie viel können/wollen wir ausgeben? (Budget)
- Wo wollen wir heiraten? (Ort/Location)
- Wann wollen wir heiraten? (Zeitraum)
In diesem Artikel zeige ich euch, wie ihr diese Punkte in sinnvoller Reihenfolge angeht — mit klaren Gedanken, praktischen Tipps und Raum für eure ganz individuelle Entscheidung.
Warum diese Reihenfolge?
Bevor ihr eine Location bucht, Florist*innen kontaktiert oder euer Save‑the‑Date verschickt, braucht ihr eine solide Basis. Gästeliste, Budget, Ort und Zeitraum beeinflussen sich gegenseitig — aber sie lassen sich sinnvoller bearbeiten, wenn ihr sie Schritt für Schritt angeht.
1. Gästeliste erstellen: weil alles davon abhängt

Bevor ihr euch über Locations oder Catering Gedanken macht, überlegt gemeinsam:
- Wen wollt ihr dabei haben?
- Mit wem fühlt sich der Tag für euch vollständig an?
- Wie groß soll eure Feier ungefähr werden?
Die Gästeliste ist der Startpunkt — und nicht, weil sie emotional oder kompliziert ist (was sie oft ist), sondern weil sie fast jeden weiteren Planungspunkt beeinflusst:
- Locations haben Kapazitäten — beachte: Eine zu große Location zu füllen, ist schwierig und budgetintensiv
- Euer Budget hängt direkt von der Anzahl der Hochzeitsgäste ab
- Der Zeitraum beeinflusst Verfügbarkeiten und auch euer Budget
So erstellt ihr eure erste Liste
- Schreibt alle Namen auf, die euch einfallen — ohne Bewertung.
- Teilt sie in Kategorien:
- Must‑Haves: Personen, ohne die ihr nicht feiern wollt.
- Nice to Have: Menschen, über deren Anwesenheit ihr euch sehr freut.
- Optional: Personen, die ihr einladen würdet, wenn Platz und Budget es erlauben.
- Lasst die Liste kurz „sacken“. Es ist völlig normal, dass sie sich im Prozess verändert.
💡 Tipp: Teilt die Liste zunächst nur miteinander — ohne sie mündlich zu kommunizieren, bis sie final ist. So vermeidet ihr unangenehme Gespräche — denn schließlich wollt ich ja keine Personen ausladen müssen, oder?
2. Budget festlegen – euer Sicherheitsnetz

Jetzt, wo ihr ungefähr wisst, wie viele Menschen auf eurer Liste stehen, stellt euch diese Frage:
Wie viel seid ihr bereit und in der Lage auszugeben?
Dafür solltet ihr gemeinsam herausfinden:
- Was könnt ihr ausgeben?
- Was wollt ihr ausgeben?
- Unterstützt euch jemand finanziell? Wenn ja: Wie viel?
Budgetfragen, die euch wirklich weiterbringen
✔ Wie viel könnt ihr realistisch beisteuern?
✔ Gibt es finanzielle Unterstützung von Familie oder Freund*innen?
✔ Welche Ausgaben sind euch besonders wichtig (z. B. Essen, Fotografie, Location)?
✔ Wo könnt ihr Prioritäten setzen?
💡 Mein persönlicher Tipp: Kalkuliert einen Puffer von mindestens 10 % ein — denn es treten oft Dinge auf, die man vorher nicht auf dem Schirm hatte.
Wichtig: Erwartet nicht, dass Geldgeschenke die Hochzeit „bezahlen“. Das kann passieren — sollte aber nie Teil eurer Budgetplanung sein.
3. Ort/Location festlegen – Wo wollt ihr feiern?

Jetzt wird’s konkret: Nachdem ihr wisst, wie viele und wie viel, stellt ihr die Frage:
Wo wollen wir heiraten?
Damit meine ich nicht nur die Stadt oder Region — sondern auch die Art des Ortes:
- Schloss oder Scheune?
- Am See oder am Meer?
- Hoch oben in den Bergen oder mitten in der Stadt?
So findet ihr euren idealen Ort
- Geografischer Rahmen:
Überlegt, wie weit ihr und eure Gäste reisen wollt.
➜ In der Nähe eures Wohnorts oder ein kleiner „Destination‑Trip“? - Erkundet unterschiedliche Arten von Locations, bevor ihr euch festlegt.
➜ So bekommt ihr ein echtes Gefühl dafür, was euch anspricht. - Fragt euch:
Wollt ihr an einem Ort heiraten, zu dem ihr später wieder zurückkehren könnt?
Für mich war das ein wichtiges Kriterium – nicht nur ein einmaliger Ort, sondern einer mit emotionaler Bedeutung.
💡 Tipp: Wenn ihr eine konkrete Vorstellung habt (z. B. Almhütte), kann es hierbei sinnvoller sein, zuerst nach der Art zu filtern und dann die Region.
4. Zeitraum festlegen – Wann soll es stattfinden?

Der Zeitraum entscheidet darüber, ob eure Wunschlocation überhaupt noch verfügbar ist — und beeinflusst oft Budget und Gästeliste.
Fragt euch:
- In welcher Saison möchtet ihr heiraten?
- Habt ihr ein bestimmtes Datum im Kopf?
- Wie weit im Voraus wollt ihr planen?
Beispiele für Entscheidungen
✔ Wir wollen im Sommer 2026 heiraten
✔ Wir möchten im Winter feiern
✔ Uns ist die Jahreszeit wichtiger als ein fixes Datum
✔ Ein bestimmter Tag hat für uns Bedeutung
💡 Tipp: Je konkreter ihr euren Zeitraum definiert, desto schneller könnt ihr Verfügbarkeiten checken und Angebote einholen.
Die Grundpfeiler beeinflussen sich gegenseitig
Es ist wichtig zu wissen: Diese vier Fragen sind miteinander verknüpft.
➡ Eine große Gästeliste benötigt eine größere Location → beeinflusst das Budget.
➡ Ein Destination‑Ort kann die Gästeliste verkleinern → beeinflusst aber jedenfalls das Budget und den Zeitraum.
➡ Ein festes Datum kann eure Locationsuche einschränken → beeinflusst Budget und Gästeliste.
Und ja — es ist völlig normal, dass ihr während des Prozesses zurückspringt und Dinge anpasst. Vielleicht reduziert ihr die Gästeliste, weil euer Budget enger ist. Oder ihr entscheidet euch für einen anderen Zeitraum, weil eure Wunschlocation nur dann verfügbar ist.
Mein persönlicher Blick als Planerin & Braut
Als Hochzeitsplanerin könnte ich euch Listen und Prozesse geben, bis der Speicherplatz voll ist. Aber wenn ich eines gelernt habe — nicht nur durch meine Arbeit, sondern auch durch meine eigene Planung — dann ist es dieses:
✨ Eure Hochzeit sollte nicht nur logisch planbar sein — sie sollte sich auch für euch richtig anfühlen.
Ich sehe oft Paare, die sich zu sehr in Inspiration verlieren — bevor sie die Essentials geklärt haben. Die Folge: Entscheidungen fühlen sich plötzlich schwerer an, statt Freude zu bringen.
Darum mein wichtigster Rat:
- Setzt euch Zeit für diese vier Grundpfeiler.
Nicht an einem Tag. Sondern bewusst, miteinander, ohne Druck. - Beginnt mit der Gästeliste.
Sie ist euer Kompass durch den ganzen Planungsprozess. - Nehmt euch Freiräume zwischen den Entscheidungen, damit ihr die Vorfreude fühlt — nicht nur kalkuliert.
Wenn ihr diese Basics im Griff habt, wird die Detailplanung nicht nur einfacher — sie wird zum Teil eurer Geschichte, nicht nur einer Checkliste.
Fazit: So schafft ihr klare Strukturen — und echte Vorfreude
Bevor ihr euch in Details verliert wie Farben, Papeterie oder Hochzeitstanz:
👉 Klärt zuerst diese vier Fragen: Gästeliste → Budget → Ort → Zeitraum.
Diese Reihenfolge ist nicht in Stein gemeißelt — aber sie ist ein bewährter, klarer Einstieg, der euch Sicherheit gibt und jede weitere Entscheidung leichter macht.
Und vergesst nicht:
Ihr heiratet, weil ihr euch liebt.
Alles Weitere darf euch dienen — nicht stressen.

